Das Deboraeli Model
Struktur - Präsenz- Haltung
1. Struktur
Struktur bildet die Grundlage jeder stabilen Identität.
Gemeint sind innere und äussere Ordnungen, die Halt geben:
– Selbstregulation
– Orientierungssysteme
– Rollen- und Verantwortlichkeitsklärung
– realistische Entscheidungs- und Handlungsprozesse
Struktur reduziert Druck und schafft einen Rahmen, in dem die eigene Person klarer erkennbar wird
Wissenschaftliche Grundlagen
Das Deboraeli-Modell basiert auf anerkannten Theorien der Psychologie und Erwachsenenpädagogik:
– Selbstwirksamkeit (A. Bandura) – Stabilität entsteht durch Einfluss auf das eigene Erleben.
– Selbstmitgefühl (K. Neff, P. Gilbert) – Mitgefühl verringert Scham und stärkt Resilienz.
– Selbstgesteuertes Lernen (M. Knowles) – Erwachsene entwickeln sich am stärksten durch bewusste Eigenverantwortung.
Grundidee des Modells
Das Deboraeli Model beschreibt einen strukturierten Ansatz zur Entwicklung von innerer Stabilität, klarer Haltung und authentischer Präsenz.
Es verbindet Elemente aus der psychosozialen Beratung, der Identitätsarbeit und Beobachtungsmodellen aus der sozialen Praxis.
Der Fokus liegt nicht auf Selbstdarstellung oder Selbstoptimierung, sondern auf der Fähigkeit, sich in belastenden oder komplexen Situationen klar, orientiert und handlungsfähig zu bewegen.
2. Präsenz
Präsenz entsteht nicht durch Performance, sondern durch Kohärenz – also die Übereinstimmung zwischen innerem Zustand und Äusserem Ausdruck.
Hier geht es um:
– bewusste Selbstwahrnehmung
– klare Grenzen
– dialogische Kompetenz
– emotionale Bodenhaftung
– authentisches Auftreten ohne Überkompensation
Präsenz bedeutet:
Ich bin anwesend – innerlich und äusserlich – ohne mich zu verlieren.
Ziel des Deboraeli Models
Das Modell unterstützt Menschen dabei, eine verlässliche innere Grundlage zu entwickeln, die unabhängig von äusseren Erwartungen oder sozialen Dynamiken trägt.
Es ist kein idealisiertes Persönlichkeitsbild, sondern ein praxisnaher Rahmen, der Orientierung gibt, wenn:
– Situationen komplex werden
– Rollen unklar sind
– Grenzen verschwimmen
– Überforderung steigt
– Entscheidungen anstehen
– innere Stabilität fehlt
Die Arbeit schafft Klarheit, ohne zu vereinfachen – und Tiefe, ohne zu dramatisieren.
Das Deboraeli-Modell ist keine therapeutische Methode, sondern ein psychosozialer Ansatz, der Bewusstsein, Selbstwirksamkeit und innere Ruhe stärkt.
Seine Grundlage ist humanistisch: Jeder Mensch kann Verantwortung für sein inneres Erleben übernehmen, wenn er Struktur, Sprache und Raum dafür erhält.
Anwendung in der psychosozialen Begleitung
In der 1:1-Begleitung dient das Deboraeli Model als analytischer Leitfaden.
Es strukturiert den Prozess, ohne ihn starr zu machen, und ermöglicht eine klare, nachvollziehbare Entwicklung:
Analyse der aktuellen Struktur
Stabilisierung und Selbstregulation
Präsenzarbeit und Rollenklärung
Haltungsentwicklung und nachhaltige Verankerung
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3. Haltung
Haltung beschreibt die innere Ausrichtung, aus der heraus Entscheidungen, Grenzen und Beziehungen gestaltet werden.
Sie umfasst:
– persönliche Werte und Prioritäten
– innere Konsistenz
– Verantwortung gegenüber sich selbst
– Stabilität in sozialen Spannungsfeldern
– die Fähigkeit, auch unter Druck klar zu bleiben
Haltung ist das, was bleibt, wenn Rollen wechseln und Lebensumstände schwanken.

